1) Warum Zungeblecken sehr informativ sein kann
In der chinesichen Medizin zeigt die Zunge dem Behandler den aktuellen Zustand des Organismus und auch die westliche traditionelle Medizin kennt die Zungendiagnose. Aber was kann an der Zunge bewertet werden? Da ist als erstes der Belag: welche Farbe hat er, ist er dick oder dünn, fehlt er gar an einigen Stellen? (Eine Interpretation des Zungenbelags ist natürlich nur sinnvoll, wenn vorher weder färbende Lebensmittel konsumiert - wie Kaffee, Tee, rote Beete oder Kinderlutscher - und die Zunge nicht in der früh gebürtest wurde!) Weitere Hinweise liefert der Zungenkörper selbst, auch hier wird die Farbe (blaß, hell, dunkel...),die allgemeine Form (dick, dünn...) und die Zungenoberfläche (rauh, glatt, rissig) in Augenschein genommen. Eindeutige Hinweise liefert zum Beispiel auch das Zittern der Zunge (Nervensystem) oder deutliche Abdrücke der Zähne am Zungenrand (Lymphstau im Kopfbereich). Also scheuen Sie sich nicht, mir dürfen Sie gerne die Zunge zeigen!
2) Warum der Puls oft mehr sagt als tausend Worte
Ganz aus der Tradition
der chinesischen Medizin stammt die Pulsdiagnose. Sie ordnet verschiedene Pulsarten an den 6 Pulsstellen verschiedenen Organsystemen und verschiedenen Störungen zu. Der Puls wird mit drei Fingern an jeweils beiden Armen an der klassischen Pulsstelle am Radius (Speiche) ertastet. Dabei achtet man auf folgende Qualitäten: Ist die Pulswelle kräftig oder schwach? Bleibt sie immer am selben Ort oder springt sie hin und her? In welcher Tiefe ist die Welle, ganz oben, eher mittig oder ganz tief verborgen? Lässt sich der Puls wegdrücken oder pulsiert er selbst unter starkem Druck weiter? Dies wird an jeder Hand für jede der 3 tastenden Finger getrennt bestimmt. Daraus ergibt sich dann das Gesamtbild über den energetischen Zustand des Körpers. (Mehr zur TCM und Ihrer Philosophie finden Sie bei den Therapien!)


