Mit Nadeln und Beifuß zu mehr Gesundheit:
Die Akupunktur hat ihre Wurzeln in China und ist wohl mindestens 5000 Jahre alt. Basierend auf Beobachtungen und ohne Kenntnisse über das Innere des Körpers erstellten die chinesischen Ärzte in ihrer bildhaften Vorstellung ein System von 14 Leitbahnen im Körper, in denen das Qi, die Lebenskraft fließt. Durch die Stimulation von Punkten auf diesen Leitbahnen durch Druck (Akupressur) oder durch das Einstechen mit Steinnadeln (Akupunktur) wird der Fluß der Lebenskraft bei Krankheiten wieder in die richtigen Bahnen gelenkt bzw. durch Erwärmung der Punkte (Moxibustion) neue Lebenskraft zugeführt.
Anwendung:
Je nach Beschwerdebild werden die entsprechenden Punkte mit dünnen Einmalnadeln aus Stahl genadelt. Diese verbleiben ca. 20-30 min. Die Stichtiefe hängt dabei von der Lage des Punktes ab, ist jedoch selten tiefer als 1,5 cm. Schmerzhaft ist dabei nur der Stich selbst, danach ist außer einem Wärmegefühl oder Kribbeln an den Stichstellen nichts zu spüren.
Wirkungsweise:
Über die Wirkungsweise streitet sich die Wissenschaft. Wahrscheinlich wird die Wirkung über feine Nervenbündel weitergeleitet, die sich an fast allen Akupunkturpunkten finden. Was dabei genau im Körper vor sich geht, ist noch nicht geklärt. Die Wirkung, vor allem als Schmerztherapie gilt aber inzwischen als wissenschaftlich gesichert.
Anwendungsgebiete:
Vor allem Schmerzzustände aller Art sind das Hauptrevier der Akupunktur, aber auch die unterstützende Behandlung von Allergien, Atemwegserkrankungen (Asthma, Bronchitis...), neurologischen Erkrankungen und funktionellen Störungen kommen in Frage.
Moxibustion:
Die Schwester der Akupunktur setzt auf Erwärmung der Akupunkturpunkte. Dabei werden traditionell kleine Mengen chinesischer Beifuß (Moxakraut) über den Akupunkturpunkten wie Räucherstäbchen abgebrannt. Die Wärme hat dabei einen regulierenden Einfluß. Einsatz findet die Moxibustion vor allem bei funktionellen Erschöpfungszuständen und Stresssymptomatik.
Ohrakupunktur:
Entwickelt vom französischen Arzt Paul Nogier ist die Ohrakupunktur oder Auriculotherapie ein eigenständiges System, das sich aber gut mit der klassischen Akupunktur kombinieren läßt. Wie die klassische Akupunktur werden auch hier über Reflexzonen am Ohr Wirkungen auf den ganzen Menschen ausgeübt. Ihr Anwendungsgebiet ähnelt dem der klassischen Akupunktur. Besonders zu erwähnen ist ihr Einsatz bei der Drogenentziehung (begleitend), Raucherentwöhnung und Hilfe bei Fresssucht.


